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Wissenswertes zum Schwerbehindertenausweis

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Etwa jede elfte Person in Deutschland1 hat eine anerkannte Schwerbehinderung und besitzt einen Schwerbehindertenausweis. Die Folgen von Erkrankungen oder Behinderungen wie beispielsweise durch Krebserkrankungen, Multiple Sklerose, psychische Krankheiten, Genveränderungen oder Geburtskomplikationen können Menschen in ihrer gesellschaftlichen Teilhabe beeinträchtigen und zur Feststellung einer Schwerbehinderung führen.

Was ist der Grad der Behinderung?

Mit dem Grad der Behinderung (GdB) wird angegeben, wie schwer die Behinderung eines Menschen ist. Der GdB geht in 10-er Schritten aufwärts und liegt zwischen 20 und 100. Er wird amtlich durch das jeweilige Versorgungsamt bzw. Amt für soziale Angelegenheiten oder Landesamt für Soziales festgestellt. Weitere Informationen gibt es bei den Versorgungsämtern und auf der Webseite familienratgeber.de.

Wie beantrage ich einen Schwerbehindertenausweis?

Um einen Schwerbehindertenausweis zu beantragen, muss ein Antragsformular ausgefüllt werden. Dieses kann beispielsweise telefonisch beim zuständigen Versorgungsamt bzw. Amt für soziale Angelegenheiten oder Landesamt für Soziales angefragt werden. Manche Ämter stellen es auch zum Download zur Verfügung. Mit der Antragstellung können gleich wichtige Angaben, wie zum Beispiel zum behandelnden (Fach-)Arzt bzw. Ärztin aufgenommen, sowie Gutachten und Atteste beigefügt werden.

Wichtig: Für die Feststellung des GdB ist nicht allein die Diagnose entscheidend, sondern vor allem, welche Auswirkungen die Erkrankung oder Beeinträchtigung und die damit verbundenen Einschränkungen auf die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft haben.

Bei einer Kniearthrose müsste die betroffene Person beispielsweise schildern, welche Einschränkungen im Alltag bestehen – etwa, dass sie keine längeren Strecken gehen kann oder Schmerzen sie nachts am Schlafen hindern.

Die antragstellende Person sollte hierzu mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt sprechen und darauf hinweisen, dass sie einen Antrag auf Feststellung des GdB gestellt hat. So kann die Ärztin oder der Arzt die Fragen der zuständigen Behörde gezielt beantworten und die relevanten gesundheitlichen Einschränkungen darstellen.

Weitere Informationen und Unterstützung zum Thema „Schwerbehindertenausweis“ bieten unter anderem auch die EUTB®-Angebote.

Warum ist ein Schwerbehindertenausweis wichtig?

Ab einem GdB von 50 besteht ein Anspruch auf einen Schwerbehindertenausweis. Damit können ein früher Renteneintritt erwirkt oder besondere Nachteilsausgleiche (PDF), wie besonderer Kündigungsschutz, zusätzliche Urlaubstage oder - je nach Behinderung - das Parken auf einem Behindertenparkplatz (bei vorliegendem Parkausweis) oder die kostenlose Beförderung mit Bus und Bahn gewährt werden.

Ab einem GdB von 30 kann eine Gleichstellung beantragt werden. Mit einer Gleichstellung können Betroffene u.a. den besonderen Kündigungsschutz, Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben oder die Wahlberechtigung für die Wahl der Schwerbehindertenvertretung erwirken.

¹ Statistisches Bundesamt

10/2026