Direkt zum Inhalt

Zu den Sprach- und Hauptnavigation Umschaltern

Taubblindheit verstehen – eine Informationsreihe: weitere Kommunikationsformen

Taubblindheit

Das ist der letzte Beitrag zu unserer Themenreihe Taubblindheit. 

In diesem Teil stehen Kommunikationsformen taubblinder Menschen im Fokus. In der Newsletter-Ausgabe im Monat März wurden bereits einige Methoden wie taktile und protaktile Gebärdensprache vorgestellt. 

BodySigns
BodySigns ist eine weitere Methode der Kommunikation mit taubblinden Menschen. Dabei werden gezielte Berührungen an bestimmten Körperstellen eingesetzt, beispielsweise am Rücken, an den Armen, den Handgelenken, den Handflächen oder im Bereich der Knie.
Andere Körperbereiche gelten in der Regel nicht als neutral und werden daher nicht für kommunikative Zwecke genutzt. Es empfiehlt sich, vor Beginn der Kommunikation gemeinsam festzulegen, welche Körperstellen einbezogen werden sollen.

Für den deutschsprachigen Raum gibt es auf HAPTICSIGNS ein barrierefreies Lexikon. Es unterstützt sowohl die Kommunikation als auch die Ausbildung von Taubblindenassistenzen.

Lormen 
Lormen ist eine weitere Kommunikationsmethode, die auf Hieronymus Lorm zurückgeht. Nachdem er zunächst ertaubte und später erblindete, entwickelte er gemeinsam mit seiner Familie ein taktiles Alphabet, das sogenannte Lorm-Alphabet.

Beim Lormen wird jeder Buchstabe durch eine gezielte Berührung oder Bewegung auf der Handfläche dargestellt. Die Hand der empfangenden Person liegt dabei mit der Handfläche nach oben, während die sprechende Person durch Antippen oder Streichen einzelne Buchstaben übermittelt.

Das Lormen existiert inzwischen auch in digitaler Form, beispielsweise als sogenannter „Lorm-Handschuh“, der gesprochene oder geschriebene Sprache in vibrationsgestützte Signale auf der Hand überträgt. Zudem gibt es Anwendungen, mit denen gelormte Texte digital erstellt und versendet werden können.

Lormen Alphabet

 

Bildquelle: SZBLIND

Andere Kommunikationsformen 
Darüber hinaus gibt es weitere Kommunikationsformen wie Finger-Braille, taktiles Fingeralphabet, Blockschrift in der Hand oder Tadoma und technologisch unterstützte Ansätze wie Gebärdensprache mit Tracking.

Diese werden in der Praxis jedoch seltener verwendet, da sie oft besondere Kenntnisse voraussetzen (z. B. Schriftsprache oder Braille), langsamer sind oder einen höheren Lernaufwand erfordern. Zudem sind einige dieser Methoden nur in bestimmten Kontexten oder für bestimmte Personengruppen praktikabel.

Für weitere Informationen: 

07/2026