Flucht und Behinderung: Schwierigkeiten in der Beratung
Der Text ist von Paul Stegemann.
Herr Stegemann arbeitet bei
der Fachstelle Teilhabeberatung.
Einige Menschen haben Behinderungen 
oder bekommen vielleicht bald eine Behinderung.
Diese Menschen haben es bei einer Flucht
besonders schwer.
Flucht bedeutet:
Menschen müssen das eigene Zuhause verlassen.
Es gibt immer mehr Krisen auf der Welt. 
Eine Krise ist zum Beispiel ein Krieg
oder eine Natur-Katastrophe.
Deshalb flüchten immer mehr Menschen
aus dem eigenen Heimat-Land.
Es gibt eine große Organisation.
Die Organisation hat den Namen:
Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen.
Die Organisation hilft bestimmten Menschen.
Die bestimmten Menschen sind auf der Flucht.
Die Organisation vermutet:
Im April 2025 mussten mindestens 122 Millionen Menschen
die eigene Heimat verlassen.
Das bedeutet:
Sehr viele Menschen auf der Welt sind auf der Flucht.
Möchten Sie mehr Informationen zu der Organisation?
Dann klicken Sie auf das blaue Wort:
Flüchtlingshilfswerk
Man weiß nicht genau:
Wie viele Menschen auf der Flucht
haben eine Behinderung?
Aber die Welt-Gesundheits-Organisation schätzt:
Ungefähr 15 von 100 Menschen auf der Welt
haben eine Behinderung.
Der kurze Name von der Organisation ist: WHO.
Die WHO beschäftigt sich mit dem Thema Gesundheit
auf der ganzen Welt.
Möchten Sie mehr Informationen zu der Organisation?
Dann klicken Sie auf das blaue Wort:
Weltgesundheitsorganisation (WHO)
Einige Menschen haben sehr schlimme Dinge erlebt.
Diese Menschen nennt man:
Menschen mit schweren Traumatisierungen.
Traumatisierung bedeutet:
Die Seele von einer Person ist verletzt.
Eine schwere Traumatisierung
ist auch eine Form von Behinderung.
Viele Menschen auf der Flucht
haben schlimme Dinge gesehen oder erlebt.
Der Anteil von Menschen mit Behinderungen
ist in der Gruppe von Menschen auf der Flucht
wahrscheinlich noch höher als in anderen Gruppen.
Das ist sehr wichtig zu wissen.
Probleme im neuen Land
Manche Regeln sind schwer zu verstehen.
Oder es gibt keine guten Informationen. 
Diese Probleme nennt man:
Strukturelle Hürden.
Einige Menschen haben besondere Bedürfnisse.
Die Menschen brauchen Hilfe.
Damit die Menschen Regeln gut verstehen.
Oft merken andere Menschen das nicht.
Dann bekommen die Menschen keine Hilfe. 
Das ist ein Problem.
Weil jeder Mensch die passende Hilfe bekommen soll.
Nach der Ankunft in einem sicheren Land 
suchen Menschen dort Schutz.
Einige von den Menschen haben eine Behinderung.
Oder bekommen vielleicht bald eine Behinderung.
Diese Menschen haben besonders viele Probleme.
Der Grund ist:
Das neue Land ist oft nicht
auf die Bedürfnisse vorbereitet.
Es gibt schwierige Regeln und Gesetze.
Das macht das Zurechtfinden in dem neuen Land schwer.
Die Europäische Union hat eine wichtige Regel.
Die Regel hat den Namen: 
Aufnahme-Richtlinie.
Die Regel steht im Artikel 22, Absatz 1.
Die Regel gilt für alle Länder in der Europäischen Union.
Das ist die Regel:
Ein Mensch stellt einen Antrag?
Dann müssen die Länder prüfen:
Hat der Mensch besondere Bedürfnisse?
Zum Beispiel:
Weil der Mensch eine Behinderung hat?
Oder besondere Hilfen braucht?
Die Länder müssen diesen Menschen helfen.
Die Hilfe muss passend sein.
Das bedeutet:
Die Hilfe soll zu den besonderen Bedürfnissen passen.
Sie möchten die Regel nachlesen?
Dann klicken Sie auf die blauen Worte:
Europäischen Aufnahmerichtlinie (2013/33/EU)
Das ist ein Hinweis:
Das Dokument von der Regel ist
- nicht barrierefrei
- nicht in Leichter Sprache.
Trotz der Regel ist es so:
Es gibt Menschen mit unsichtbaren Behinderungen.
Zum Beispiel
- Menschen mit Traumatisierungen
- Menschen mit chronischen Krankheiten.
Chronisch bedeutet:
Die Krankheit bleibt lange oder für immer.
Einige Menschen erkennen diese Behinderungen nicht. 
Deshalb bekommen Menschen nicht immer
die passende Hilfe.
Für diese Menschen gibt es viele Hindernisse.
Die Menschen kommen schwer an Unterstützung.
Die Unterstützung brauchen die Menschen
zum Beispiel:
- beim Arzt-Besuch

- beim Finden von Therapie-Plätzen
- beim Suchen nach einer Unterkunft zum Wohnen.
oder - beim Beantragen von Hilfs-Mitteln.
Zum Beispiel für einen Sprach-Kurs.
Beratung im Alltag
Bei einer guten Beratung hilft man
dem Ratsuchenden zuerst dabei:
Der Mensch kann eine bestimmte Untersuchung machen.
Die bestimmte Untersuchung nennt man:
Diagnostik.
Die Untersuchung macht ein Arzt. 
Die Untersuchung zeigt:
Hat der Mensch
- eine chronische Krankheit
- eine Erkrankung von der Seele
oder
- andere Einschränkungen?
Bei der Untersuchung schaut man auch:
Gibt es äußere Einflüsse?
Äußere Einflüsse sind zum Beispiel
- strukturelle Hürden
oder
- andere Hindernisse.
Die Hindernisse machen das Leben schwer.
Das ist wichtig:
Aus den Erkrankungen von einem Menschen
und äußeren Einflüssen
kann eine Behinderung entstehen.
Nach der Untersuchung können die Berater erklären:
Welche Hilfen kann der Mensch bekommen?
Der Mensch hat ein Recht darauf:
Der Mensch bekommt die passende Hilfe.
Dabei ist auch wichtig:
Welchen rechtlichen Status hat ein Mensch?
Rechtlicher Status bedeutet:
- Hat der Mensch eine Aufenthalts-Genehmigung?
Darf der Mensch in Deutschland bleiben?
Oder: - Möchte der Mensch Schutz in Deutschland?
Das nennt man: Asyl suchen.
Ein Mensch möchte Schutz in Deutschland suchen?
Dann muss der Mensch einen Antrag stellen.
Der Antrag hat den Namen: Asyl-Antrag.
Ein Mensch hat den Antrag gestellt?
Dann hat der Mensch andere Rechte
als ein Mensch mit einer Aufenthalts-Genehmigung.
Das bedeutet zum Beispiel:
Ein Mensch mit einer Aufenthalts-Genehmigung
hat schon einen besonderen Schutz bekommen.
Oder:
Ein Gericht hat ein Abschiebe-Verbot festgestellt.
Abschiebe-Verbot bedeutet: 
Der Mensch darf in Deutschland bleiben.
Der Mensch darf nicht
in ein anderes Land geschickt werden.
Wichtig ist:
Für jeden rechtlichen Status gibt es andere Rechte.
Oft ist es so:
Das Asyl-Verfahren ist noch nicht abgeschlossen.
Wenn die Menschen zum ersten Mal
eine Beratung bekommen.
Das bedeutet:
Es gibt noch keine Entscheidung über den Antrag
auf Schutz in Deutschland.
Bis eine Entscheidung getroffen wird, vergehen oft
bis zu 2 Jahre.
Das ist eine lange Zeit.
Die Gründe dafür sind zum Beispiel:
- das Amt
- das Gericht
- das Herkunfts-Land von dem Menschen.
In dieser Zeit gibt es nur wenig medizinische Hilfe.
Das bedeutet:
Die Menschen können nicht immer zum Arzt gehen.
In dieser Zeit gibt es auch wenig Hilfe von Fach-Leuten
für Erkrankungen von der Seele.

Für Menschen in einem Asyl-Verfahren
gilt ein besonderes Gesetz.
Das Gesetz hat den Namen:
Asylbewerber-Leistungs-Gesetz.
Die Abkürzung ist: AsylBLG.
In dem Gesetz steht zum Beispiel:
Die Menschen im Asyl-Verfahren bekommen Hilfe
- wenn die Menschen sehr starke Schmerzen haben
oder - wenn die Menschen sofort Hilfe
von einem Arzt brauchen.
Andere Gesundheits-Leistungen 
bekommen die Menschen nicht.
Die Menschen bekommen keine andere Hilfe vom Staat.
Andere Gesetze gelten für die Menschen nicht.
Sie möchten das Gesetz nachlesen?
Dann klicken Sie auf die blauen Worte:
Asylbewerberleistungsgesetz
Die Rolle von der EUTB®
Die EUTB®-Angebote sind für alle Menschen.
Alle Menschen dürfen zur EUTB® kommen.
Es ist egal:
Welchen rechtlichen Status hat ein Mensch?
Die EUTB®-Angebote machen aber
keine Beratung zum Aufenthalt oder Asyl.
Das bedeutet:
Die Berater von der EUTB® helfen nicht
bei den Themen Aufenthalt oder Asyl.
Aber:
Die Berater können andere Beratungs-Stellen empfehlen.
Sie können passende EUTB®-Angebote suchen.
Geben Sie dafür ein bestimmtes Wort
in die Such-Leiste ein.
Das bestimmte Wort ist: Migration.
So finden Sie Angebote für 
Menschen mit Migrations-Hintergrund.
Sie möchten nach einem bestimmten Angebot suchen?
Dann klicken Sie auf die blauen Worte:
EUTB®-Angebote
Sie möchten noch mehr Informationen?
Dann klicken Sie auf die blauen Worte:
- Informationen für Geflüchtete mit Behinderung und deren Angehörige
- Pressemitteilung des Deutschen Instituts für Menschenrechte
- Studie zur Situation von geflüchteten Menschen mit Behinderungen

Das ist ein Hinweis:
Die Informationen sind
- nicht barrierefrei
- nicht in Leichter Sprache.
Die Information ist barrierefrei:
Die Übersetzung und Prüfung
vom Text in Leichte Sprache ist von:
Büro für Leichte Sprache an Rhein und Ruhr
bei „Leben im Pott“,
Lebenshilfe Oberhausen e.V.
Büro für Leichte Sprache - Lebenshilfe Oberhausen gGmbH
leichte-sprache@lebenshilfe-oberhausen.de
Die Bilder sind von:
Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Bremen e.V., Stefan Albers, Atelier Fleetinsel
Männliche und weibliche Schreib-Weise
sind im Text gleich. 
Alle sind mit einer Schreib-Weise gemeint.
03/2026