Wie computergestützte Bewegungstherapien die Mobilität steigern können
Die Fachstelle Teilhabeberatung dankt Prof. Dr. med. Thomas Platz für die Unterstützung bei diesem Gastbeitrag. Er ist Forschungsdirektor des BDH Bundesverbandes Rehabilitation.
Neurologische Erkrankungen, wie zum Beispiel Schlaganfall, Multiple Sklerose (MS) oder Epilepsie, führen besonders häufig zu Behinderungen, die den Alltag deutlich erschweren. Ziel der Neurorehabilitation ist es, Menschen mit einer neurologischen Erkrankung oder Behinderung dabei zu unterstützen, ein größtmögliches Maß an Teilhabe, Selbstbestimmung und Lebensqualität zu erhalten und (wieder) zu erlangen.
Die Auswirkungen sind von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich. Sie können das Denken, die Sprache, die Wahrnehmung, das Körpergefühl oder die Bewegungsfähigkeit betreffen, manchmal auch die Emotion und das Verhalten. Doch diese Fähigkeiten sind nicht unwiederbringlich verloren. Durch gezielte Therapiemaßnahmen können sie in vielen Fällen wiederhergestellt werden. Auch durch moderne Technologien oder Hilfsmittel können Auswirkungen auf den Alltag abgemildert werden.
Gemeinsam für eine individuelle Therapie
Fachleute aus Medizin, Pflege und Therapie arbeiten bei der Neurorehabilitation eng zusammen. Nur so kann die Therapie an die Bedürfnisse jeder einzelnen Person und an ihre persönlichen Lebensumstände individuell angepasst werden. Neben Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und neuropsychologischen Trainings kommen dabei auch immer häufiger technische Hilfsmittel zum Einsatz.
Die Zukunft wird hier sehr viel mehr Möglichkeiten mit sich bringen. Denn die technologische Innovation schreitet schnell voran, etwa in den Bereichen Robotik, Digitalisierung und künstlicher Intelligenz.
Heute gibt es in der Rehabilitation moderne Technik, die Menschen beim Gehen und Bewegen unterstützt. Diese Technik ist medizinisch gut erforscht und wird in vielen Kliniken eingesetzt.
Moderne Technik in der Therapie
Ein Beispiel ist die robotergestützte Therapie. Dabei trainieren Betroffene mit speziellen Geräten ihre Bewegungen. Dazu gehören automatische Laufbänder, die jeden Schritt genau messen, oder Trainingsgeräte für Gleichgewicht und sicheres Gehen. Diese Technik wird zum Beispiel nach einem Schlaganfall oder bei einer Querschnittslähmung genutzt.
Ein besonderes Hilfsmittel ist das Exoskelett. Das ist ein tragbarer Roboteranzug. Er hilft dabei, wieder aufzustehen und Schritte zu machen. Durch gezielte Impulse werden die Muskeln aktiviert, sodass der Körper natürliche Bewegungen neu lernen kann.
So können Menschen Schritt für Schritt mehr Sicherheit, Bewegung und Selbstständigkeit im Alltag zurückgewinnen.

Bildquelle: BDH Bundesverband Rehabilitation 2025
Für weitere Informationen:
- Anspruch bzw. Beantragung der Leistungen unter dem Grundsatz „Reha vor Rente“
- „Reha vor Rente" - Familienratgeber in Leichter Sprache
03/2026