Besser hören im Alltag – Wer zahlt zusätzliche Hilfsmittel?
Die EUTB Oberbayern West Fürstenfeldbruck ist auf Menschen mit Hörbehinderungen spezialisiert und berät unter anderem schwerpunktmäßig dazu. Wir danken ihnen für diesen Gastbeitrag.
Viele Menschen mit Hörgeräten oder Cochlea-Implantat stellen fest: In ruhiger Umgebung funktioniert das Verstehen gut. In Besprechungen, Gruppengesprächen oder Schulklassen wird das Zuhören jedoch oft schnell anstrengend. Zusatzmikrofone, wie Roger- oder FM-Anlagen können hier enorm helfen. Doch oft stellt sich die Frage: Wer übernimmt die Kosten? Das hängt in erster Linie davon ab, in welchem Bereich das Hilfsmittel genutzt wird.
Welche Unterstützung gibt es im Beruf, in der Schule und im Alltag?
Im Berufsleben kann ein Zusatzmikrofon den Arbeitsalltag deutlich erleichtern. Andreas nutzt es in Besprechungen und versteht dadurch viel besser, was gesagt wird. Missverständnisse treten seltener auf und der Hörstress nimmt spürbar ab. Ist das Hilfsmittel für den Arbeitsplatz erforderlich, übernimmt häufig die Deutsche Rentenversicherung die Kosten.
Auch in der Schule können solche Systeme eine große Hilfe sein. Hannah hat trotz ihrer Hörgeräte Schwierigkeiten, dem Unterricht zu folgen – besonders bei Gruppenarbeiten. Mithilfe einer Höranlage, bei der die Mitschülerinnen und Mitschüler ein Mikrofon weitergeben, gelingt ihr das Verstehen deutlich besser. In solchen Fällen kann die Eingliederungshilfe unterstützen. Ziel ist es, allen Kindern eine aktive Teilnahme am Unterricht zu ermöglichen.
Für den privaten Alltag, etwa beim Fernsehen oder in Gesprächen zu Hause – ist in der Regel die Krankenkasse zuständig. Entscheidend ist dabei immer eine nachvollziehbare Begründung, warum das Hilfsmittel benötigt wird.
Unterstützung holen lohnt sich
Der Weg zum passenden Hilfsmittel ist oft nicht ganz einfach. Die EUTB®- Angebote unterstützen kostenlos – beispielsweise in der Vorbereitung bei Anträgen oder bei der Klärung, welcher Kostenträger zuständig ist. Auch Hörakustikerinnen und Hörakustiker, HNO-Ärztinnen und HNO-Ärzte sowie Beratungsstellen wie Integrationsfachdienste (IFD), die Einheitliche Ansprechstellen für Arbeitgeber (EAA) oder auch andere regionale Beratungsstellen können hilfreich begleiten.
Mehr Teilhabe durch gute Hörtechnik
Die Erfahrungen zeigen: Mit den passenden Hilfsmitteln wird Kommunikation deutlich entspannter. Andreas fühlt sich im Berufsalltag sicherer und besser eingebunden. In Hannahs Klasse sorgt die Nutzung des Mikrofons dafür, dass sie aktiver am Unterricht teilnehmen kann und Gespräche leichter versteht. Zusatzmikrofone können so einen wichtigen Beitrag zu mehr Teilhabe, Selbstständigkeit und Lebensqualität leisten.
Weitere Informationen:
07/2026