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Was ist Leichte Sprache? Informationen von Marlene Seifert

Icon: Interview Leichte Sprache

Viele Menschen können nicht gut lesen.
Für diese Menschen sind schwere Texte ein Hindernis.
Dann hilft Leichte Sprache.

Marlene Seifert informiert uns hier über die Leichte Sprache.
Marlene Seifert ist Dolmetscherin und Übersetzerin.

Die Idee zur Leichten Sprache kommt aus den USA.
Menschen mit Behinderungen wollten Informationen besser verstehen.
Damit sie auch mehr selbst bestimmen konnten.

Zwischen 1960 und 1970 kam die Leichte Sprache auch nach Europa.
Zuerst gab es sie in Skandinavien.

Zwischen 1990 und 2000 kam die Leichte Sprache nach Deutschland.
Menschen mit Lern-Schwierigkeiten und Menschen ohne
Lern-Schwierigkeiten haben dafür zusammen gearbeitet.
Sie haben Regeln für Leichte Sprache gemeinsam aufgeschrieben.

Leichte Sprache hilft besonders Menschen mit Lernschwierigkeiten.
Aber auch für andere ist Leichte Sprache gut.

  • Zum Beispiel: Menschen mit Demenz
    Demenz ist eine Krankheit.
    Bei einer Demenz ist ein Teil vom Gehirn krank.
    Menschen mit einer Demenz vergessen immer mehr Sachen.
    Sie finden sich nicht mehr gut zurecht.
  • Sie können viele Dinge nicht mehr wie früher.
    Manche Menschen haben als Kind eine andere Sprache gelernt.
    Später lernen diese Menschen auch Deutsch.
    Leichte Sprache kann diesen Menschen am Anfang beim Lernen helfen.
  • Menschen mit Hörbehinderungen
    Die Deutsche Gebärden-Sprache hat eine andere Grammatik.
    Darum können gehörlose Menschen manchmal Texte nicht gut lesen und verstehen.

Frau Seifert nennt wichtige Regeln für die Leichte Sprache:

  • einfache Wörter
  • kurze Sätze
  • schwierige Wörter werden erklärt
  • lange Wörter werden mit Binde-Strich oder Medio-Punkt getrennt
  • viele Absätze im Text
  • neben dem Text sind Bilder
  • große Schrift

Wie macht man eine Übersetzung in Leichter Sprache?
Der Übersetzer bekommt einen Text.
Er schaut sich zuerst an:
Wie schwierig ist der Text?
Der Übersetzer liest dann den ganzen Text.
Danach übersetzt er nach und nach den Text.

Manchmal muss der Übersetzer dann noch Fragen zum Text klären.
Er fragt den Kunden.
Oder er schaut im Internet nach.
Der Übersetzer gibt dem Kunden seinen fertigen Text
In Leichter Sprache.
Er fragt den Kunden:
Ist alles richtig übersetzt?

Danach bekommt eine Prüf-Gruppe den Text.
Das sind 2 oder mehr Menschen mit Lernschwierigkeiten.
Die Prüfer lesen den Text.
Sie müssen prüfen:

  • Können Menschen mit Lernschwierigkeiten den Text verstehen?
  • Ist der Text nach den Regeln von Leichter Sprache geschrieben?

Die Arbeit von den Prüfern ist sehr wichtig.
Manche Text-Stellen sind schwierig zu übersetzen.
Prüfer und Übersetzer finden dann zusammen gute Lösungen.

Marlene Seifert sagt:
Ich lerne viel von den Prüfern und Prüferinnen.

Dolmetscher für Leichte Sprache
Es gibt auch Dolmetscher für Leichte Sprache.
Die Dolmetscher hören Sprache mit schwierigen Sätzen.
Sie sagen es dann in Leichter Sprache.
Die Dolmetscher übersetzten nicht jedes Wort  
in Leichte Sprache.
Sie fassen das Gesagte in einfachen Worten zusammen.
Das nennt man: Simultan-Übersetzung.

Warum ist Leichte Sprache wichtig?
Leichte Sprache ist wichtig für die Selbstbestimmung und die
Mitbestimmung.
Mit Leichter Sprache kann man Hindernisse in der Kommunikation abbauen.
Menschen verstehen Informationen dann selber gut.
Sie müssen nicht immer andere fragen.
Sie können besser mitreden und entscheiden.
So haben sie eine bessere Teilhabe an allen Dingen.

Im Internet gib es mehr Informationen:

Dieser Text ist in Leichter Sprache geschrieben und geprüft.
Von:

© Marke Gute Leichte Sprache:
    Netzwerk Leichte Sprache e.V.
© Bilder:
    Lebenshilfe für Menschen
    mit geistiger Behinderung Bremen e.V.,
    Illustrator Stefan Albers,
    Atelier Fleetinsel, 2013.

METACOM Symbole © Annette Kitzinger

06.2021